2012/09/18

Sammlung Boros wieder geöffnet

Foto: Sammlung Boros/ © NOSHE/ Klara Lidén, Teenage Room, 2009

Das hätte ich fast vergessen: Die Sammlung Boros is back! Mit einer neuen Ausstellung. Hier könnt ihr euch voranmelden und dann moderne Kunst in den Mauern des ehemaligen Bunkergebäudes erleben. Führungen gibt es auf deutsch und englisch. Ich gehe auf jeden Fall hin.

Vorfreudige Grüße,
Eure Neu-Berlinerin.

2012/09/17

Radtour Berliner Umland, die 2te


Was lange währt, wird endlich gut, heißt es doch so schön. Es tut mir leid, dass ich euch den Mund wässrig gemacht habe, euch von meinen Radl-Erlebnissen rund um Berlin zu erzählen und dann kam erst einmal: nix. Aber ich halte, was ich verspreche. Auch wenn es manchmal etwas länger dauert.

Also, heute beginne ich endlich damit, euch von unseren größeren und kleineren Touren auf dem Drahtesel zu erzählen. Wobei ich zu Tour No. 2, sprich der Tour nach Spandau, gar nicht viele Worte machen möchte. Ok, ein paar werden es dann wahrscheinlich doch. Vielleicht lag es daran, dass ich dachte, ich finde den Weg auch ohne Radkarte und wir immer schön an und auf allen größeren Hauptverkehrsstraßen unterwegs waren. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass mir irgendjemand erzählt hatte, Spandau sei, ich zitiere jetzt mal: "Total schön!" und ich zu hohe Erwartungen hatte. Machen wir es kurz und schmerzlos: Spandau war jetzt mal keine Wolke. Die Innenstadt? Das auf berlin.de beschworene "altstädtische Flair" ist zumindest an mir irgendwie weitestgehend vorbeigeschlichen. Am Juliusturm überraschten dann doch noch ein paar Häuser aus dem 18. Jahrhundert und wer ein paar Stunden Zeit mitbringt, darf gegen Geld auch die Zitadelle anschauen. Gemein für Radler: viel Kopfsteinpflaster.

Schnell wieder aufs Rad, nächster Halt: Stutti. Die Fahrt führte übrigens entlang der, ihr ahnt es bereits, Hauptverkehrsader und entlang des Gebäudekomplexes von Siemens an der Nonnendammallee. Für Architekturinteressierte äußerst sehenswert. Die meisten der Gebäude gehören bereits zu den Berliner Kulturdenkmälern.

Aber weiter gehts. Der Stutti. Für ganz frische Neu-Berliner: Stuttgarter Platz oder kurz: Stutti. Noch genauer meint man damit die Gegend rund um das westliche Ende der Straße, die "Stuttgarter Platz" heißt. Rund um Windscheidt-, Friedberg-, Rönne- und Leonhardtstrasse in Charlottenburg. Bürgerlich gediegen, ruhig, Jahrhundertwendefassaden, Cafés und Restaurants. Wir haben uns nach unserem Höllenritt durch den Berliner Verkehr mit einem Cappuccino und einer Nachspeise im "Mani di Fata" in der Leonhardtstrasse belohnt. Der Service ist entspannt, sehr nett und das Essen ist wirklich lecker.

Den Rest des Tages haben wir zu Hause unsere emotionalen Wunden geleckt. Fahrradhasser und durchgeknallte Taxifahrer haben unser inneres Gleichgewicht mit unschönen Wortattacken und irrwitzigen Überholmanövern doch etwas durcheinander gewirbelt. Aber wer Tür an Tür mit der wahren Fahrradnation aufgewachsen ist, läßt sich nicht beirren. Am nächsten Morgen haben wir unsere metallenen Schlachtrösser wieder bestiegen und Tour No. 3 begonnen, den Havelradweg von Potsdam nach Brandenburg an der Havel. Und das, liebe Freunde der benzinfreien Fortbewegung, war eine wirklich tolle Tour. Aber diese Geschichte muss jetzt doch noch bis morgen warten, ein hungriger Tiger hat gerade nach Futter gefragt. Mal sehen, was der Kühlschrank noch so her gibt.

Ich gebe zu, dass das jetzt doch etwas mehr Worte geworden sind, als ich eigentlich gedacht habe. Wollte wohl erzählt werden, die Geschichte von unserer Radtour nach Spandau und zurück. Und da ich vor lauter Schreck irgendwie vergessen habe, von dem Tag Bilder zu machen, gibt es hier einen kleinen Vorgeschmack auf den ersten Teil der Havelradtour. Einfach schön.


Es sendet euch herzliche Grüße,
Eure Neu-Berlinerin.

2012/09/05

Goodbye Tacheles


Eigentlich wollte ich heute meine Fahrrad-Tour-Erlebnisse aus der letzten Woche mit euch teilen. Ich habe ja mir und meinem Besuch eine Tour mit dem Fahrrad durch das Berliner Umland verordnet. Ich verrate nur so viel: es war toll. Und anstrengend. Und toll. Aber dann habe ich gestern von der endgültigen Räumung des Tacheles gehört. Und da ich vor einigen Wochen auf einer Entdeckungstour auch durch die Räume des ehemaligen Kaufhauses an der Oranienburger Straße gestreift bin, war mir eher danach, meine Eindrücke zum Tacheles mir euch zu teilen.

Ich gebe zu, dass beim Gedanken an diese Aktion zwei Herzen in meiner Brust wohnen. Bevor ich im Tacheles war, hatte ich davon gehört, dass das Gebäude, das nach der Wende im Namen der Kunst und Kultur besetzt worden war, geräumt werden sollte. Meine erste Reaktion war: braucht Berlin wirklich noch mehr Raum für noch mehr Luxus-Unterkünfte in Mitte? Als ich dann aber das Tacheles von innen besichtigt habe, kam ein anderer Blickwinkel dazu. Ich will nicht ins Detail gehen, aber es war schrecklich duster im ganzen Haus und das Treppenhaus roch wirklich übel. Viele Bilder dort waren schon X-Mal übersprayt und nur an manchen Stellen konnte man wirklich mal eine Arbeit ganz erkennen. Überall im Treppenhaus Metallgitter. Ich war ehrlich entsetzt und hatte nach diesem Empfang keine richtige Lust mehr, mir die dargebotene Kunst der Tacheles-Bewohner in Ruhe anzusehen. Ich fand es echt traurig, welch einen heruntergekommenen Eindruck alles gemacht hat.

Ich weiss, dass die Künstler die Instandhaltung eines solchen Hauses nicht alleine leisten können und sie sind auch wahrscheinlich eher nicht für den ekligen Gebrauch des Treppenhauses verantwortlich, aber nachdem ich wieder auf dem Bürgersteig der Oranienburger Straße stand und meine Nasenkanäle wieder geöffnet hatte, dachte ich nur: hier muss wirklich etwas passieren. Vielleicht hätte es diesen Tag mit Zwangsräumung und Polizei nicht geben müssen, vielleicht hätte eher die Stadt Berlin Interesse an dem Erhalt des Tacheles als Stätte der Kultur haben müssen.

Liebes Tacheles, ich wünsche Dir ehrlich, dass Dein neuer Besitzer, ich nenne ihn bewußt nicht Investor, wobei er nicht nur wahrscheinlich eher letzteres ist, es gut mit Dir und den Menschen meint, die Dir nahe stehen und in Deinen Räumen Platz für ihre Träume gefunden hatten. Ich wünsche mir den Tag Deiner Neu-Eröffnung als Tag an dem Du altes Haus in neuem Glanz erstrahlst und in Deinen Räumen wieder, wie gestern in der Tagesschau verkündet, Kultur und Kunst zu Hause sind. Ich wünsche mir, dass Deine Bewohner, die Dich nach der Wende vor dem Abriss bewahrt haben, bei dieser Aktion nicht in auf der Strecke bleiben. Liebes Tacheles, dafür drücke ich Dir als neuer Berlin-Bewohner ganz fest die Daumen.


Goodbye Tacheles.






Herzliche Grüße
Eure Neu-Berlinerin

 

2012/08/27

Eine Radtour, die ist lustig...

...eine Radtour, die ist schön, denn dann kann man Berlins Umland vo-hom Drahtesel aus sehn, holleriiiii, hollerooo....


Ja, jetzt ist es raus. Ich habe geschnüffelt! Und zwar jede Menge frische Luft. Ich habe mir einen ganzen Tag lang den Wind um die Ohren wehen lassen und mir den Hintern auf einigen Quadratzentimetern Fahrrad-Sattel platt gesessen. Denn, ich bin oder besser wir sind auf großer Fahrt. Fahrrad-Fahrt, um genau zu sein. Denn wir haben eine Woche Ferien. Und Besuch vom Niederrhein. Und statt auf, sogar für mich als Neu-Berlinerin, bereits einigermaßen bekannten Pfaden zwischen Bergmann-Kiez und Savigny-Platz zu wandeln, haben wir uns und unseren wind- und wettererprobten Berlin-Bersuchern eine Fahrrad-Tour mit uns rund um Berlin verordnet. Der Clou ist aber: wir starten und enden immer bei uns zu Hause. Also fast immer. Einmal ist eine Übernachtung geplant.

Ziel des ersten, gestrigen Tages war Rangsdorf. Gestern konnte ich meinem Gehirn nach 57 km leider keine fluffigen Formulierungen mehr entlocken, sonst hätte ich euch schon gestern an unserem Abenteuer teilhaben lassen. Also, Rangsdorf. Keine Ahnung warum gerade dahin, aber plötzlich war die Route da. Rangsdorf liegt im Süden von Berlin kurz vor Zossen. Los gings also nach einem ausgiebigen Frühstück Richtung Süden nach Steglitz, dann den Teltow-Kanal entlang. Man fährt oberhalb des Wassers, also der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Der Weg ist toll fürs Rad. Nicht viel los und feste Fahrbahn.

Irgendwann landet man dann in Teltow auf dem Mauerweg und findet sich plötzlich neben einer Allee aus Kirschbäumen wieder. Im Frühjahr zur Kirschblüte ist das bestimmt ein sensationeller Anblick. Die Kirschbäume sind das Ergebnis einer Spendenaktion, die ein japanischer TV-Sender 1989 ins Leben gerufen hatte. Japanische BürgerInnen haben daraufhin aus Freude über die deutsch-deutsche Wiedervereinigung so viel gespendet, dass in Berlin und Umgebung 9000 japanische Kirschbäume gepflanzt werden konnten. Das finde ich mal eine nette Geste. Dann geht es erst weiter durch den Wald, vorbei am Denkmal für einen jungen Mann, der 1990 bei einem schlimmen Unfall an der Mauer getötet worden ist. Und dann plötzlich öffnet sich der Wald und vor uns liegt: Brandenburg.







Hier noch kurz meine Highlights, damit ihr nicht wegnickt: als erstes Schloss Genshagen, hier kann man den schönen Park durchwandern, der Drahtesel muss leider draußen bleiben. Und mein absolutes Ober-Highlight ist das Café mit Hofladen "LandWirtschaft" in Groß Schulzendorf.






Falls ihr mal zwischen freitags und sonntags in der Nähe seid, müßt ihr UNBEDINGT hier einkehren, denn es warten duftender Kaffee ohne Gedöns (wie man am Niederrhein sagt, also keine Latte oder ähnliches), ein traumhaft leckerer selbstgemachter Kuchen, ein schattiges Plätzchen unter einem Wallnuss-Baum und ein echter Storch auf dem Dach auf euch. Eine super nette Bedienung durch die Familienmitglieder ist inklusive. Für die kleinen Damen gibt es sogar süßes Puppengeschirr aus Blech. Echt liebevoll. Ihr müßt nur ein bißchen genauer hinschauen, damit ihr nicht an der Einfahrt zu dem Innenhof vorbei fahrt. Die Adresse ist Dorfaue 6, 14974 Groß Schulzendorf, Öffnungszeiten sind Freitag bis Sonntag 14 bis 21 Uhr. Wenn der hölzerne Kirchturm auf der rechten Seite erscheint, seid ihr ein wenig zu weit. Auf unserer Tour mußten wir noch einen richtig dicken Schauer überstehen und dann ging es mit der Regionalbahn wieder nach Berlin.


Heute stand eine Tour nach Spandau auf dem Tagesplan. Ich werde berichten.

Herzliche, etwas zerwehte Grüße
Eure Neu-Berlinerin.    

2012/08/20

Hirsch gesichtet



Wo schaut er denn hin? Der Hirsch? Witternd hält er seine Nase in den Wind, steht starr und gülden auf seiner fast 10m hohen Säule und scheint in den Morgen zu lauschen. Es ist noch ganz früh. Nur einzelne Hundebesitzer werfen im Park Bällchen für ihre Vierbeiner. Ich muss einfach stehen bleiben. Andächtig den in der Sonne glänzenden Hirschen auf seiner Säule umkreisen. Und ich dachte immer, Hirsche auf Bildern oder Säulen wären eher in süddeutschen Gefilden anzutreffen.

Um diesen Hirsch zu sehen, muss man aber nicht einmal in die Nähe des Weisswurst-Äquators reisen, sondern nur in die U4 einsteigen und an der für mich gefühlt schönsten U-Bahn-Haltestelle "Rathaus Schöneberg" aussteigen. Ich glaube, die einzige Haltestelle, bei der man mitten im Park anhält und durch die Sprossenfenster den Spaziergängern zuwinken kann. Nicht weit vom Schöneberger Rathaus wacht er majestätisch in der Mitte eines Brunnens über den ehemaligen Schöneberger Stadtpark, den Arbeiter zwischen 1908 und 1912 dem moorigen Berliner Untergrund abgerungen haben. Ehemalig, da er eigentlich seit 1963 "Rudolph-Wilde-Park" heißt, was im Volksmund aber irgendwie noch nicht angekommen scheint. Da heißt er, scheint mir, standhaft einfach nur Schöneberger Park.

Das ist er also, der Schöneberger Hirsch. Das Wappentier von Schöneberg. Edel sieht er aus. Vielleicht lauscht er gerade andächtig dem Nachhall des wohl berühmtesten Zitats von John F. Kennedy. Den vier magischen Worten, die dieser 1963 auf dem Platz vor dem Schöneberger Rathaus, nur ein paar Meter vom Hirschen entfernt, an die Berliner gerichtet hat: "Ich bin ein Berliner." Das war nur ein paar Monate vor seinem gewaltsamen Tod. Oder das Tier spitzt die Öhrchen, um den Glockenklang der Friedensglocke zu hören, für die 16 Millionen Amerikaner gespendet haben, damit sie im Oktober 1950 ihren Platz im Glockenturm des Schöneberger Rathauses einnehmen konnte. Blickt er eventuell etwas neidisch auf die Höhe des ihn um Längen überragenden Glockenturms des imposanten Schöneberger Rathauses? Vielleicht läßt er sich auch einfach nur von Norden her die morgenfrische Berliner Luft um die Nase wehen und genießt seine Aussicht über die Stadt. Der Hirsch. Ach ja, der Künstler war August Gaul. Und ich finde das lustig.

Mein Tipp: Früh morgens mit der U4 starten, am Schöneberger Rathaus aussteigen, Haltestelle anschauen, eine kleine Runde durch die Ruheoase Schönebergs drehen, den Hirschen bewundern, das Rathaus mit der Gedenkplakette ansehen (unbedingt reingehen) und dann gemütlich über die Belziger Straße bis zur Akazienstraße schlendern, um dort in einem der zahlreichen netten Cafés zu frühstücken. Wer Lust hat und gut zu Fuß ist, schlendert die Akazienstraße Richtung Grunewaldstraße weiter, bis sie Goltzstraße heißt und vielleicht noch weiter bis zum Winterfeldtplatz. Und richtet eure Augen auf jeden Fall nicht nur auf die Geschäfte, sondern auch nach oben, denn die alten Schöneberger Fassaden haben wirklich gleich mehrere Blicke verdient.

Viel Spaß in Schöneberg wünscht
Eure Neu-Berlinerin

PS.: Für Coffeeholics: Großartigen Kaffee gibts im "Double Eye" auf der Akazienstraße. Ab 9.31 Uhr.

Das ist wirklich eine U-Bahn-Station. U4 Schöneberger Rathaus. So schön. 


 


 

2012/08/17

Meine erste Fellow.Followerin

Ich gebe zu, ich bin ein bißchen aufgeregt. Da beginnt man mit einem blog, schickt Nachrichten in die unendlichen Weiten des Internets, hofft, dass die blog-Post irgendwann irgendwo an die Ufer eines freundlich gesinnten blog-Landes gespült wird und dann ist er plötzlich da, der Moment: man hat seinen ersten Follower. In diesem Fall ist es eine Followerin und ich freue mich wie ein Keks. Dagmar, you made my Friday. Als kleines Dankeschön teile ich unsere erste Balkongurke mit Dir. Issi nich schöööön?


Als kleinen Hinweis muss ich dazu sagen, dass Dagmar eine begnadete Stadtgärtnerin mit eigener Parzelle ist. Seht hier und staunt. Und ich freue mich auf viele weitere Kommentare und Follower. Denn es ist schön, zu sehen, dass da draußen jemand mitliest.

Es grüßt mit hüpfendem Herz
Eure Neu-Berlinerin

2012/08/16

Sommer.und.Shopping

Grafik: www.holyshitshopping.de

Im letzten Jahr habe ich das Winter-Event verpaßt, aber in diesem Jahr steht die Sommer-Variante des Holy.Shit.Shopping für das Wochenende auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste: das Summer.Pop.Shopping in der Alten Münze. Dank Maikitten, die in ihrem tollen blog auf solche Termine hinweist, bin ich diesmal nicht zu spät dran. Mehr Infos gibt es hier. Ich freu mich schon aufs Stöbern. Was für eine Aussicht: fast 30 Grad UND Shopping, ich würde mal sagen, das könnte ein "almost perfect saturday" werden. Ich bin gespannt und werde berichten. Und ich würde mich freuen, wenn ihr Lust habt, mir von eurem "almost perfect saturday/sunday" zu erzählen. Vielleicht wird das ja eine neue blog-Bewegung? 

Herzliche Grüße
Eure Neu-Berlinerin